Urlaub mit Baby | Grand Tirolia Kitzbühel

Ein paar Tage vor Ostern haben wir uns spontan dazu entschlossen, über die Feiertage einen kleinen Urlaub machen zu wollen. Sich so kurz vor dem Osterfest dazu zu entschließen war selbstverständlich überaus klug, da Zimmer in vielen Hotels bereits Mangelware waren. Da kamen wir natürlich nicht vorher drauf. Wer konnte denn ahnen, dass Menschen über Ostern verreisen wollen?

Wir hatten den Anspruch, dass es ein Hotel wird, in dem man auch mit Baby nicht fehl am Platz oder gar unwillkommen ist. Ein oder auch mehrere tolle Auflugsziele in der Nähe wären selbstverständlich auch super, damit man sich Kind und Kegel schnappen und irgendwo etwas besichtigen oder einfach nur spazieren gehen kann. Nach langem Suchen und endlosem Klicken durch Berichte und Fotos im Internet stießen wir dann jedenfalls irgendwann auf das Grand Tirolia in Kitzbühel. Mich hätte es wohl eher in den Norden von Deutschland gezogen, aber mein Freund war bei der Hotel-Suche so fixiert auf Berge, dass ich schnell wusste, dass das mit dem Norden diesmal wohl nichts werden würde. Als wir dann das Grand Tirolia in Kitzbühel gefunden haben, waren wir sehr schnell verliebt und ich dachte nicht mal mehr an mein ursprünglich gewolltes Urlaubsziel. Eine tolle Lage, direkt an den Tiroler Alpen, wunderschöne Zimmer, ein hübscher SPA-Bereich mit vielfältigem Angebot (was vor allem mir entgegen kam) und nur wenige Minuten mit dem Auto vom Kitzbüheler Zentrum entfernt. Wir hatten Glück, es gab noch freie Zimmer und so reservierten wir eine der Suiten für vier Tage. Auf die Idee mit der Suite kamen wir bei der Überlegung, was wohl am günstigsten (und nein, damit meine ich leider nicht im Sinne von „billig“, denn ganz so wenig hat das Ganze nicht gekostet) mit Baby ist. Wir hatten in Nürnberg ein Zimmer ohne abgetrennten Bereich für die Kleine und fanden es ziemlich blöd, dass irgendwie auch für uns Schicht im Schacht war, wenn die Maus schlafen musste. Die Suite hingegen bestand aus Wohn- und Schlafzimmer, was praktisch war, weil man das Baby zum Schlafen einfach ins Schlafzimmer legen konnte und den Rest des Abends alleine genießen konnte.

An Karfreitag ging es dann los. Schon um sechs Uhr morgens machten wir uns auf die Reise, kamen dank Stau und ständig stockendem Verkehr allerdings trotzdem erst gegen 14 Uhr am Hotel an. Mit Baby kein besonders großer Spaß. Aber die Strapazen waren schnell vergessen, denn das Hotel versprach schon von außen, für Entspannung und ein paar schöne Tage sorgen zu können. Wir sind mit dem Auto bis vor die Tür gefahren, wurden dort bereits freundlich in Empfang genommen und konnten unser Gepäck übergeben. An der Rezeption wurden wir ebenfalls herzlich begrüßt und dann von einer der „Empfangsdamen“ in unsere Suite gebracht. Als sie uns die selbige zeigte, musste ich mich etwas zusammen reißen, vor ihr nicht mit dem Quietschen zu beginnen, denn das Ganze war wirklich zu schön. Von unserem Wohn- und Schlafzimmer aus konnte man direkt auf die Alpen schauen, die praktisch direkt vor der Tür lagen. Der Boden aus Eiche und die urig-moderne Einrichtung führten dazu, dass man sich gleich heimisch und wohl fühlte. Das Badezimmer mit Badewanne, stimmungsvoller Beleuchtung und abgetrenntem Duschbereich hörte ich leise meinen Namen rufen. Ich war wirklich hin und weg. Die Terrasse mit den zwei Liegestühlen war ein zusätzliches Schmankerl, das gerade an einem sonnigen Tag wie diesem Gold wert war. Alles in allem erinnerte mich die Suite sofort an eine High-Class-Ferienwohnung, da man so viel Platz hatte und sich mitten im Hotel alleine und „für sich“ fühlte.

Da wir angekündigten, mit Baby anzureisen, wurden uns ein Baby-Reisebettchen inklusive Kissen und Decke, ein Windeleimer, ein Wasserkocher und verschiedenes an Badezubehör auf der Suite bereitgestellt. Das hat mir sehr gut gefallen. Klein N hatte sogar ihren eigenen Tiger-Waschlappen, der sich später als toller Kamerad für Wasser-Spaß vor dem Zubettgehen herausstellte. Außerdem bekamen wir für jeden Tag eine Flasche mit stillem Wasser auf das Zimmer, am Tag der Anreise gab es einen Teller mit allerlei Obst, Keksen und Macarons und jeden Abend brachte der Zimmerservice ein „Betthupferl“ in Form einer unfassbar köstlichen Praline.

Grand Tirolia Kitzbühel

An zwei Abenden haben wir Gebrauch vom Abendessen direkt auf der Suite gemacht, was ich euch definitiv empfehlen kann. Bei uns wurde es an beiden Abenden mit der Kleinen jeweils so spät, dass es nicht möglich war, noch auswärts etwas essen zu gehen. Also haben wir die Maus im Schlafzimmer in ihr Bettchen gebracht und uns einen entspannten Abend mit einem guten Buch, einer Mama-Zeitschrift und leckerem Essen gemacht. Am ersten Abend gab es als Vorspeise Tiroler Speck, der uns mit Cornichons und etwas Weißbrot gereicht wurde. Als Hauptgang bestellten wir uns Käse-Spätzle mit Röstzwiebeln und Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und Preiselbeeren. Am zweiten Abend hatten wir uns als Vorspeise die Tiroler Brettjause geordert, die aus verschiedenen Sorten von Schinken und Käse bestand, dazu gab es als Hauptgang zweimal Eichenheimer Burger mit Pommes (für uns in diesem Fall mit jeweils zweimal Pommes, da wir dachten, der Burger bestünde nur aus Burger und uns deshalb eine Extraportion Pommes bestellt haben :-D). Alles ist durchweg wirklich sehr zu empfehlen, wobei das Essen vom ersten Abend definitiv mein Favorit war. Die Gerichte wurden innerhalb von circa 20 Minuten gebracht und waren immer schön heiß.

Das Frühstück im Hotel konnte man sich aus einem Buffet nach eigenen Wünschen zusammen stellen, wobei es zusätzlich die kostenfreie Möglichkeit gab, auch á la carte auszuwählen. Ich habe morgens manchmal ein Omelett und immer, immer, immer Waffeln mit Schlagobers gegessen, was ich dann von der Karte bestellt habe. Ansonsten gab es eine Vielzahl an unterschiedlichen Brot- und Brötchensorten, Laugen- und Süßgebäck, Croissants, Müsli, Cornflakes, Obst und Rohkost, Fleisch- und Käsewaren, süße Aufstriche wie Marmelade oder Nutella, Wiener Würstchen, Weißwürste, Rostbratwürstchen, Bacon, und verschiedene Sorten vom Ei. Man konnte sich an einer großen Auswahl von Säften und Tees bedienen und hatte die Möglichkeit, sich beim Personal jeden erdenklichen Kaffee zu bestellen. So blöd es auch klingen mag: an die Waffeln mit Schlagobers denke ich ganz besonders oft und ganz besonders gerne zurück. Das waren mit Abstand die besten Waffeln, die ich in meinem Leben je gegessen habe.

Im Hotel haben wir, um die Kulinarik wirklich voll auszukosten, auch noch das Golfbistro und die Lobbybar ausgetestet, welche sich ebenfalls im Grand Tirolia befinden. Auch im Golfbistro war das Essen vorzüglich, auch wenn die Portionen für unseren Geschmack jeweils etwas üppiger hätten ausfallen können. Für mich gab es ein Kalbsgulasch, mein Freund entschied sich für Steak. Die Lobbybar hingegen übertraf unsere Erwartungen bei weitem. Dort trank ich nämlich den besten Cocktail, den ich jemals hatte. Die besten Waffeln, der beste Cocktail. Ihr merkt schon, kulinarisch kam ich wirklich vollkommen auf meine Kosten. Der Virgin Colada in der Lobbybar war so unfassbar gut, dass ich vermutlich 20 getrunken hätte, wenn mir nicht nach dem zweiten schon etwas übel gewesen wäre, weil der Schlagobers natürlich als eher mächtig einzustufen ist. Ich wollte eigentlich zwei verschiedene Cocktails probieren, aber nein, das ging nicht. 😉 Ich bereue es bis heute, nicht am nächsten Tag gleich noch zwei Virgin Colada getrunken zu haben, aber das ließ sich zeitlich leider absolut nicht einrichten. Schade, wirklich schade.

Beim Frühstück, in unserer Suite, wie auch überall sonst im Hotel haben wir uns sehr wohl gefühlt. Das Grand Tirolia wirkt gehoben, ohne dabei „over the top“ zu sein. Die Atmosphäre im gesamten Hotelbereich ist durch das Holz und die warme Beleuchtung sehr gemütlich und erinnert an eine überaus schicke, aber dennoch rustikale Hütte in den Bergen. Alles ist wunderbar mit Liebe zum Detail her gerichtet, von den Lampen, über das Mobiliar bis hin zur Dekoration. Nicht nur einmal habe ich meinen Freund oder mich sagen hören: „Das ist echt schön, das könnte doch auch was für unser Haus sein (wir bauen gerade).“

Im SPA habe ich leider keine Bilder machen können (ich trug nichts außer Bikini und Bademantel und war damit beschäftigt, massiert zu werden :-D). Aber auch dort hat es mir sehr gut gefallen. Der Empfangsbereich grenzt direkt an die Pool- und Saunalandschaft des Grand Tirolia an und ist freundlich und angenehm ruhig gestaltet. Ich habe mich sofort sehr entspannen können und wartete bereits voller Vorfreude auf meine kleine, aber feine Auszeit. Da ich wie immer viel zu spät daran gedacht habe, ja auch eine Massage in Anspruch nehmen zu können, war nur noch ein einziger Termin frei, der auch leider lediglich 25 Minuten andauerte. Diese 25 Minuten haben sich für mich aber mehr als gelohnt. Ich hatte zwar einige Schmerzen während der Anwendung (Gott, war ich verspannt), habe mich danach aber wie ein neuer Mensch gefühlt. Ich bin während des Massierens fast eingeschlafen und war etwas peinlich berührt als ich sabbernd und benebelt gebeten wurde, mich umzudrehen. Das nächste Mal würde ich also auf jeden Fall wieder eine Massage buchen, mich dann allerdings etwas früher darum kümmern und gleich eine Stunde buchen.

Das Personal war im gesamten Hotelbereich übrigens unglaublich freundlich und zu unserer Kleinen zuckersüß. Wann immer es ging, haben sie uns gefragt, ob alles in Ordnung sei und haben uns jeden Wunsch von den Lippen abgelesen. Im Hotel waren erstaunlich viele Familien mit Kindern jeden möglichen Alters vertreten, was wir ebenfalls als sehr angenehm empfanden. Niemand hat gemeckert oder schief geschaut, wenn eines der vielen Kinder mal lauter war und der Service war stets bemüht, auch die Wünsche der kleinen Gäste zu erfüllen. Im Poolbereich des Grand Tirolia gab es extra eingerichtete Kinder-Zeiten von 13.00-15.00 Uhr, die sicherstellen sollten, dass sich die Kids auch mal ohne Lautstärke-Drosselung vergnügen konnten. Nach oder vor dieser Zeit waren Kinder natürlich auch erwünscht, dann allerdings mit der Bitte, auf die Lautstärke zu achten. Für uns war das alles noch relativ uninteressant, da Klein N im Wasser bis auf ihr vergnügtes Quietschen ohnehin nicht sonderlich laut war, dennoch haben wir uns über die Information bezüglich der Kinder-Zeit gefreut.

Zum Schluss möchte ich euch unbedingt noch den Wildpark in Aurach ans Herz legen. Ein absolutes Highlight, ganz besonders dann, wenn ihr mit Kids unterwegs seid. Obwohl es stark geschneit hat und wir mit unserem Kinderwagen nicht besonders weit kamen und mit Sicherheit nicht mal ein Viertel des Parks sehen konnten, waren wir hin und weg. Vom Hotel aus fährt man ungefähr 5 – 10 Minuten bis man ganz oben angekommen ist und kann von dort aus ein fantastisches Alpenpanorama genießen, das durch den Anblick von Hirschen, Luchsen und Lamas noch zusätzlich versüßt wird. Selbst unsere Kleine hatte im Streichelzoo einen Heidenspaß, obwohl sie mit ihren 6 Monaten ja echt noch winzig war und man hätte glauben können, dass sie das alles noch gar nicht so versteht. Spätestens als die Ziegen aber direkt zu ihr an den Kinderwagen kamen, waren alle Zweifel, ob sie die Umgebung überhaupt richtig erfassen kann, beseitigt. Bewunderung, Begeisterung und Neugier wechselten sich im Sekundentakt ab und das Kind war glücklich. Ein toller Tag, der uns die Heimreise noch ein klein wenig schwerer gemacht hat.

FAZIT: Ich kann das Grand Tirolia in Kitzbühel uneingeschränkt weiter empfehlen. Auch und eventuell sogar insbesondere für Familien. Wir haben uns ganz wunderbar erholen können, haben fantastisch gegessen und getrunken, waren von freundlichen Menschen umgeben und haben eine herrliche Umgebung genossen. Wer glaubt, dass Kitzbühel nur Apres-Ski, High Society und Dekadenz kann, liegt vollkommen falsch. Am Nachmittag durch das kleine Kitzbühel mit den wunderschönen Gebäuden zu spazieren, in einem kleinen Café einzukehren, nachdem man die unglaubliche Luft der Alpen genossen hat, mit Kind etwas Schönes erleben, das alles kann Kitzbühel mindestens ebenso. Wir würden jederzeit wieder kommen und sind uns einig, dass das nicht der letzte Aufenthalt im Grand Tirolia gewesen sein wird. Natürlich sollte man vorher etwas sparen, da der ganze Spaß nicht gerade aus der Portokasse bezahlt werden kann, für uns aber hat sich jeder Cent gelohnt.

Liebste Grüße, Verena

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